Elbe Elster Schlössernacht

Schloss Elsterwerda

Barockes Schmuckstück an der Schwarzen Elster

Das Schloss Elsterwerda befindet sich in der brandenburgischen Kleinstadt Elsterwerda. Südlich des Stadtkerns gelegen, bedarf es nur weniger Schritte zur Schwarzen Elster, die den Ort in westliche Richtung durchfließt. Hier, an deren südlichem Ufer, stand etwa vier Jahrhunderte lang eine Burg bzw. ein Renaissanceschloss, an dessen Stelle zu Beginn des 18. Jahrhundert schließlich eine barocke Schlossanlage errichtet wurde.

Für den Bau verantwortlich war Woldemar Freiherr von Löwendal, ein kursächsischer Oberhofmarschall. Dieser kam 1708 in den Besitz der Herrschaft, bei der es sich zur damaligen Zeit um eine Vierflügelanlage mit umgebendem Graben handelte. Ersetzt wurde sie in den 1720er Jahren durch eine Dreiflügelanlage mit kurzen Seitenflügeln, die nach Osten offen ist. 1727 sah sich der Bauherr aufgrund finanzieller Schwierigkeiten genötigt, den Besitz an Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen zu verkaufen.

Seine heutige Gestalt erhielt das Schloss durch den Baumeister Johann Christoph Knöffel, der die Anlage nach Plänen von Matthäus Daniel Pöppelmann, dem Hofbaumeister August des Starken, umbaute. Die Kosten für den Umbau, welcher im Wesentlichen durch die Verlängerung der Seitenflügel zum Ausdruck kam, beliefen sich auf 21.257 Taler.

Schloss Elsterwerda

Errichtung eines Königlich-Preußischen Lehrerseminars

Als Schenkung gelangte das Schloss Elsterwerda 1727 in den Besitz von Maria Josepha von Österreich, der Gemahlin des späteren Königs August III. von Polen. Seinen neuen Besitzern diente die Anlage als Jagd- und Lustschloss.

Im späten 18. Jahrhundert fungierte das Schloss als Sommerresidenz für den Herzog Karl von Kurland. Die sächsischen Kurfürsten verwalteten die Anlage bis 1814. Nachdem das Preußische Kultusministerium 1856 die Errichtung eines Königlich-Preußischen Lehrerseminars genehmigte, wurden etwa 70 Jahre lang Volksschullehrer im Gebäude ausgebildet.

Im Schloss Elsterwerda

Heutige Nutzung als Gymnasium

Ab 1926 fungierte das Objekt als Oberrealschule Elsterschloss, welche 1938 in eine Oberschule überging. Ab 1959 gingen hier Schüler zur Erweiterten Oberschule, EOS ‚Wladimir Komarow‘ genannt. Seit 1991 beherbergt die zweigeschossige Anlage mit einer Grundfläche von 3220 m² das Elsterschloss-Gymnasium Elsterwerda. Von 1995 bis 1999 erfuhr das heute unter Denkmalschutz stehende Schloss eine umfassende Restaurierung und zählt seitdem zu den schönsten Schulgebäuden in Deutschland.

Auf dem Schulareal befinden sich auch eine etwa 400 Jahre alte Platane sowie das einstige Gärtnerhaus, das inzwischen den Gymnasiasten als Bibliothek zur Verfügung steht. In der im 18. Jahrhundert geschaffenen Parkanlage, welche später zu einem Landschaftsgarten umgestaltet wurde, finden alljährlich im Mai die Elsterwerdaer Gartentage statt. In herrlicher Schlosskulisse verleben Gartenfans hier informative Stunden und erhalten neue kreative Ideen für ihr eigenes Gartenreich.

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